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kubli-emv.ch Unabhängiges Online-Magazin · Ausgabe 2026/08

Elektrosmog, elektromagnetische Verträglichkeit und die elektromagnetische Umwelt — sauber recherchiert, verständlich erklärt.

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Nachschlagewerk · Glossar

Begriffe von A bis Z: die Fachsprache von Elektrosmog und EMV

Redaktion FELDWERK · laufend aktualisiert · Stand: 17. August 2026

Messprotokolle, Verordnungen und Fachartikel sprechen eine eigene Sprache. Wer wissen will, was ein Wert bedeutet, braucht zuerst die Vokabeln. Unser Glossar versammelt die wichtigsten Begriffe rund um Elektrosmog, elektromagnetische Verträglichkeit und Messtechnik — alphabetisch, knapp und ohne Fachjargon im Erklärtext. Vertiefungen finden sich in den Beiträgen unter Grundlagen, Grenzwerte und Frequenzen.

Abschirmung
Massnahme zur Reduktion von Feldern durch leitfähige oder magnetische Materialien. Elektrische und hochfrequente Felder lassen sich mit Metallgittern, Folien oder abgeschirmten Kabeln wirksam dämpfen; niederfrequente Magnetfelder dagegen nur mit speziellem, teurem Material (Mu-Metall) — dort ist Abstand fast immer die bessere Strategie.
Anlagegrenzwert (AGW)
Strengerer Vorsorgewert der schweizerischen NISV für feste Sendeanlagen. Liegt im Mobilfunkbereich rund um den Faktor zehn unter den Immissionsgrenzwerten und gilt an Orten mit empfindlicher Nutzung. Siehe Grenzwerte.
Baubiologie
Lehre von der Wechselbeziehung zwischen Gebäude und Bewohner. Untersucht neben Feldern auch Schadstoffe, Schimmel, Schall und Raumklima; arbeitet bei Feldern mit privaten Vorsorgeempfehlungen, die deutlich unter den amtlichen Grenzwerten liegen.
DECT
Funkstandard für Schnurlostelefone (1880–1900 MHz). Die Basisstation sendet typischerweise dauerhaft, auch ohne Gespräch — ein häufiger, einfach reduzierbarer HF-Punkt im Haushalt (siehe Alltagstipps).
Elektrisches Feld (E-Feld)
Feld elektrischer Ladungen; entsteht schon durch Spannung ohne Stromfluss. Einheit: Volt pro Meter (V/m). Gut abschirmbar, nimmt mit dem Abstand rasch ab.
ELF
«Extremely Low Frequencies» — der extrem niederfrequente Bereich bis 30 kHz, zu dem Bahn- und Stromnetzfrequenz (16,7 / 50 Hz) gehören.
EMF
Elektromagnetische Felder — Sammelkürzel für elektrische, magnetische und hochfrequente Felder in Berichten und Verordnungen.
EMV
Elektromagnetische Verträglichkeit: Die Fähigkeit von Geräten, in ihrer elektromagnetischen Umwelt zu funktionieren, ohne andere zu stören. Die EMV ist eine technische Disziplin des Gerätebaus — zu unterscheiden von der Umwelt- und Gesundheitsdebatte.
EMVU
Elektromagnetische Verträglichkeit mit der Umwelt — die erweiterte Sichtweise, die Wirkung von Feldern auf Menschen und Umwelt einschliesst. In der Schweiz rechtlich über die NISV und das Umweltschutzgesetz geregelt.
Exposition
Die Gesamtheit der Felder, denen eine Person an einem Ort ausgesetzt ist — Summe aus allen Quellen, gemittelt über die Aufenthaltszeit.
Hochfrequenz (HF)
Bereich von 30 kHz bis 300 GHz, in dem sich Felder als Wellen ausbreiten: Rundfunk, Mobilfunk, WLAN, Radar. Messeinheiten: V/m oder W/m².
Magnetisches Feld (H-Feld / B)
Feld um stromdurchflossene Leiter; an den Strom gebunden. Flussdichte B in Mikrotesla (µT). Im NF-Bereich schwer abschirmbar, dafür rasch mit Abstand sinkend.
ICNIRP
Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung. Ihre Leitlinien (zuletzt grundlegend überarbeitet 2010 für NF und 2020 für HF) bilden die wissenschaftliche Basis der meisten Schutzgrenzwerte weltweit.
Immissionsgrenzwert (IGW)
Behördlicher Schutzgrenzwert gegen anerkannte akute Wirkungen; in der Schweiz identisch mit den ICNIRP-Referenzwerten. Details unter Grenzwerte.
Immission
Das auf einen Ort einwirkende Feld — im Gegensatz zur Emission, die von einer Quelle ausgeht. Grenzwerte schützen Immissionen, nicht Emissionen.
MONERIS
Vom BAFU betriebenes Rechenmodell zur Abschätzung der hochfrequenten Immissionen in der Schweiz — Grundlage von Monitoringberichten zum Strahlenschutz.
Niederfrequenz (NF)
Bereich bis 30 kHz mit getrennt zu betrachtenden elektrischen und magnetischen Feldern; dominiert von 16,7 Hz (Bahn) und 50 Hz (Stromnetz).
NIS (nichtionisierende Strahlung)
Oberbegriff für elektromagnetische Felder von 0 Hz bis 300 GHz, die Atome nicht ionisieren können — vom Stromnetz bis zum WLAN. Siehe Frequenzspektrum.
NISV
Schweizerische Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (SR 814.710), in Kraft seit 2000. Kennt Immissions- und Anlagegrenzwerte und regelt die Vorsorge bei Anlagen.
OMEN
«Orte mit empfindlicher Nutzung»: Wohnungen, Schulen, Spitäler, Büros, Kinderspielplätze. An OMEN gelten die strengeren Anlagegrenzwerte und die 92-%-Regel.
SAR (Spezifische Absorptionsrate)
Mass für die im Körpergewebe absorbierte HF-Leistung in Watt pro Kilogramm; Grenzwert für Handys: 2 W/kg (Kopf/Rumpf) nach ICNIRP.
Skineffekt
Verdrängung des Stroms an die Leiteroberfläche mit steigender Frequenz; technisch relevant für Kabeldimensionierung und abschirmende Werkstoffe.
V/m (Volt pro Meter)
Einheit der elektrischen Feldstärke — bei NF für das E-Feld, bei HF als übliche Messgrösse der Immission.
Vorsorgewert
Sammelbegriff für Werte unterhalb der Schutzgrenzwerte: amtlich als Anlagegrenzwerte (NISV) oder privat als baubiologische Empfehlungen. Drücken das Vorsorgeprinzip aus, nicht eine nachgewiesene Gefährdungsschwelle.
W/m² (Watt pro Quadratmeter)
Leistungsflussdichte: HF-Leistung, die eine Fläche durchsetzt. Kleinere Angaben wie Mikrowatt pro Quadratmeter (µW/m²) sind in baubiologischen Messprotokollen verbreitet.
µT (Mikrotesla)
Einheit der magnetischen Flussdichte. Erdmagnetfeld ≈ 50 µT (statisch); NF-Hintergrund in Wohnungen liegt meist unter 0,3 µT.
92-%-Regel
NISV-Regelung: Die Summe aller Anlagen-Immissionen darf an OMEN höchstens 92 % der IGW erreichen — Restreserve für künftige Anlagen und Messunsicherheit. Erklärung unter Grenzwerte.
Tipp

Beim Lesen von Messprotokollen immer drei Fragen mitdenken: Welcher Frequenzbereich wurde gemessen (NF oder HF)? Welche Grösse steht im Protokoll (V/m, µT oder W/m²)? Und wird mit einem Schutz- oder einem Vorsorgewert verglichen? Wer diese drei Angaben prüft, entzieht den meisten Missverständnissen den Boden.

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